Gründe für Fadenalgen im Teich

Datum: 15.01.2019


Selbst bei gewissenhafter Teichpflege kann es zur Bildung von Fadenalgen kommen. Der folgende Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die häufigsten Ursachen. Was können Sie unternehmen um möglichst schnell und vor allem dauerhaft wieder einen vorzeigbaren Teich mit perfekt klarem Wasser zu bekommen?

Auf welche Teichzonen sollten Sie achten? 

Häufig bilden sich die Algen an Steinen oder Wurzeln von Pflanzen und mit Vorliebe in flachen, warmen Teichzonen mit intensiver Sonneneinstrahlung. Achten Sie daher bereits beim Bau Ihres Gartenteichs auf das richtige Verhältnis von schattigen und sonnigen Bereichen und bepflanzen Sie ihren Teich mit den richtigen Pflanzen für die unterschiedlichen Teichzonen.

Uferzone, Sumpf- und Flachwasserzone und Tiefwasserzone im Teichquerschnitt erklärt.

In diesem extra Artikel haben wir Ihnen Ratschläge und Tipps zur Planung der Teichbepflanzung zusammen gestellt.

Algen durch ungeeignete Teichsteine 

Fadenalgen, die sich an Steinen bilden, nutzen diese als Nährstoffquelle. Ungeeignete Steine enthalten Mineralien und Phosphate, von denen die Fadenalgen profitieren! Das bedeutet, die Ursache für das Algenwachstum liegt nicht an der Zusammensetzung des Wassers, sondern an den Teichsteinen. 
Oft werden in Teichen keine Steine aus Flüssen eingesetzt, sondern optisch ansprechende, gleichförmige Steine, die in Steinbrüchen gewonnen werden. Das Problem mit diesen Steinen ist, dass sie ungelöste Mineralien und Phosphate enthalten, die von den tiefwurzelnden Fadenalgen aufgenommen werden - die Algen bekommen genau die Nährstoffe, die sie benötigen. Bereits 3 mg Phosphat pro Liter Wasser genügen für eine Algenbiomasse von 2,5 Kilogramm! Es ist also nur sehr wenig Phosphat nötig, damit die Algen richtig schön aufblühen können.

Bis die Mineralien aus solchen Steinen vollständig gelöst sind, dauert es mehrere Jahre. Das ist abhängig von der Größe und der Art des Steines und kann nicht pauschal beantwortet werden. Achten Sie daher darauf, dass Sie für Ihren Gartenteich ausschließlich Steine und Kies aus Flüssen verwenden. Diese sind für Ihren Teich optimal geeignet, da die Mineralien und Nährstoffe bereits ausgewaschen sind.

Algen an Wurzeln von Pflanzen 

Sollten sich die Algen an den Wurzeln von Pflanzen entwickeln, so ist dies ein Zeichen dafür, dass die Pflanze an einem Nährstoffmangel leidet. Im Gegensatz zu Algen benötigen Pflanzen neben Phosphat auch zahlreiche andere Mineralien. Insbesondere Eisen (0,1 - 0,5 mg/l), Kalium (10-30mg/l), Nitrat (5-30mg/l), Calcium (20-30mg/l) und Magnesium (5-10mg/l) sind für Pflanzen enorm wichtig. 

Teichpflanzen können nur dann gut und üppig wachsen, wenn sämtliche Nährstoffe ausreichend vorhanden sind. Dann sind sie eine perfekte biologische Konkurrenz zu störenden Algen. Besteht jedoch nur ein einziger Nährstoffmangel, wachsen die Pflanzen nicht mehr weiter, die sehr viel anpassungsfähigeren Algen siedeln sich an und profitieren davon. Generell sollte also die Grundversorgung der Pflanzen mit allen nötigen Nährstoffen gesichert werden. 
Phosphat, welches durch Regen, absterbende Biomasse und Fischausscheidungen im Teich ausreichend zur Verfügung steht, wird von den Teichpflanzen hingegen schneller aufgenommen, als es die Algen können.

CO2, KH und pH-Wert 

Auch der CO2-Gehalt spielt eine wichtige Rolle. Pflanzen benötigen CO2 für ein gesundes Wachstum. Eine starke Oberflächenbewegung entlässt viel CO2 aus dem Teich. Wenn der CO2-Gehalt im Wasser nicht mehr ausreicht, lösen die Algen das CO2 aus der Karbonathärte (KH) heraus. Die Folge ist eine Abnahme der Karbonathärte. Das führt wiederum dazu, dass der Säuregrad (pH-Wert) nicht mehr stabil ist.

Die Karbonathärte (KH) und der Säuregrad (pH) stehen also in direktem Zusammenhang und ergeben den CO2-Wert im Wasser. Daher sollte der KH-Wert im Teich zwischen 4 und 12°dKH liegen und der pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5. Wenn jetzt noch die Sonneneinstrahlung zwischen 6 und maximal 8 Stunden am Tag liegt, befindet sich Ihr Teich im optimalen Gleichgewicht.

Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen die folgenden Schritte:  

  1. Bestimmen Sie die genauen Wasserwerte. Achten Sie besonders auf KH, PH, NO3, Fe, und Kalium (K). Oase AquaActiv QuickSticks 6in1 geben Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Wasserwerte. 
  2. Ihre Seerosen gedeihen am besten in einem Pflanzkorb, welcher mit einem Substratgemisch gefüllt ist. Dieses besteht aus Lehm und Sand, sowie einem Langzeitdünger für Seerosen bzw. Düngerkugeln. Abhängig von der Seerosenart, muss diesen die richtige Wassertiefe und die benötigte Wasseroberfläche zur Verfügung gestellt werden. 
  3. Ganz wichtig: Bepflanzen Sie den Teich mit weiteren Hilfspflanzen, die schnell wachsen und Nährstoffe verbrauchen und dadurch dem Algenwachstum entgegenwirken. Wichtig ist bei allen Pflanzen, dass sie regelmäßig ausgedünnt werden. Nach dem Ausdünnen sind die Pflanzen dann wieder mit Wachsen und Nährstoffverbrauch beschäftigt - so wird den Algen nach und nach die Grundlage entzogen. 
  4. Nutzen Sie vermehrungsfreudige Schwimmpflanzen wie Froschbiss, Wasserlinsen und Krebsscheren. Zur Beschattung eignen sich Pflanzen wie Seerose, Lotos, Seekanne und Froschbiss, die mit ihren großen Schwimmblättern für weniger Sonneneinstrahlung sorgen. Wasserschlauch oder Wasserpest wirken zudem reinigend. Generell sollten Sie bei allen Neubepflanzungen darauf achten, dass möglichst wenig nährstoffreiche Erde in den Teich gelangt. Am besten Sie verwenden spezielle Wasserpflanzenerde. 
  5. Fadenalgen bekämpfen Sie nicht von heute auf morgen. Der Einsatz von Algenbekämpfungsmitteln löst nie die Ursache und ist keine nachhaltige Lösung. Setzen Sie stattdessen lieber auf Mittel, welche die Werte im Teich stabilisieren wie zum Beispiel Oase AquaHumin Spezialtorf und AlGo Bio Protect von Oase, welches das Teichwasser leicht bernsteinfarben färbt und dadurch die UV-Strahlung blockiert.  

Ihr Oase-Teichbau.de Team,